Gegenwart: Chat 22.09.2011

An sich arbeite ich gerade die Vergangenheit auf, komme leider aber weniger schnell voran, als mir lieb ist. Alles ist zäh und zäher, aber ich beiße mich durch.
Jetzt geschah aber wieder einmal unvorhergesehenes, was mich sofort wieder aufregt weshalb ich es mir von der Seele schreiben muss. Sonst richte ich bald in meiner näheren Umgebung Schaden an.
Alles begann heute morgen. Aus dem Nichts erhielt ich eine SMS von ihm. Ich solle ihm doch meine Adresse mitteilen. Wegen der Karte aus Frankreich, die er mir schicken will. Da ich nun doch öfters darauf hin gewiesen wurde, schickte ich ihm die Adresse. Ein paar Stunden später trudelte wieder eine SMS ein: Er würde gerade an meiner Studienstadt vorbeifahren. Ich las und dachte: „Aha. Schön.“. Eine Antwort konnte ich mir nicht verkneifen, und so schrieb ich, er solle die Wohnung lieb grüßen. Nach dieser Konversation kehrte Ruhe ein und ich war ganz zufrieden.
Diese angenehme Stille hielt sich nicht lang. Am Abend kam er bei Facebook online und mit schwante schon wieder schlimmstes. Natürlich hatte ich mit meiner Vorahnung recht. Es dauerte keine zwei Minuten, ploppte bei mir das Chatfenster auf:
„na“
„hai“
„ich hab als letzte aktion in frankreich karten abgeschickt ^^
bist du schon wieder in e.?“
„super! und: nö.“
„machst du heute abend was?“
„ney.“
„magst du noch was machen?“
Ich antwortete eine Weile nicht, da ich Essen gegangen war.
„ich bin mal weg hier. du kannst mir ja bei bedarf noch ne sms schreiben.“

Dinge, die ich heute Abend definitiv nicht machen werde: Ihm eine SMS schreiben.
Die ganze Geschichte regt mich wieder einmal maßlos auf. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, es war vor nicht einmal drei Wochen, als er mir dieses endlose Gespräch, auf das ich überhaupt keine Lust hatte, aufdrängte. An dessen Ende meinte er noch so ekelhaft großmütig: „Ich melde mich dann wenn ich wieder da bin!“ und ich spürte wie meine Stimme in Eis gehüllt sagte: „Kein Stress. Wenn Du kommst bin ich sowieso erstmal nicht da!“. Und jetzt das!
Loud befand sich ungefähr zwei bis drei Stunden wieder zu Hause, nach längerer Abwesenheit, und hat nichts besseres zu tun als mich zu fragen ob ich was mit im machen will?! Mein Gehirn bekommt langsam Dellen von dem ganzen dämlichen Gelaber!
Es ist mir auch ein Rätsel, wie man so stur alle Zeichen von Ablehnung ignorieren kann. Ich erzähle ihm nichts. Ich melde mich nie. Unsere Konversationen bleiben von meiner Seite aus immer äußerst distanziert und kühl. Aber er schreibt immer weiter, fragt immer weiter, nervt immer weiter. Und am Ende erzählt er mir etwas von Freundschaft, die ihm doch so wichtig ist. Wir waren nie so gut befreundet, dass ich die Erste bin, die er treffen will, wenn er wieder in der Heimat ist.
Gerade bezweifle ich, dass die ganze Sache für heute durchgestanden ist. Ich habe ein ungutes Gefühl, dass er mich wieder einmal mitten in der Nacht anrufen wird um zu fragen, ob ich schon schlafe.
Wenn er nicht bald merkt, dass er viele Grenzen nicht nur überschritten sondern mit wehenden Fahnen eingerissen hat, war es das gänzlich. Mit Loud an sich, der Person, verstehe ich mich glänzend. Auch jetzt noch. Aber mit seinem Verhalten in Beziehungs-Dingen komme ich einfach nicht klar.
Es wäre schade eine entwicklungsfähige Freundschaft zu beenden, nur tue ich lieber dies, als mein Seelenheil zu riskieren. Um es einmal mit Louds Worten zu sagen: „Ich bin kein Samariter, in den letzten Wochen ohne Dich ging es mir auch sehr gut.“. Doch, das trifft es sehr genau.

Eine gute Nacht
Neon

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