Gegenwart: Nachgelaufen 23.08.2011

Am 23.08. besuchte ich wieder einmal Louds Oma. Ich zeigte ihr Bilder von meinen letzten Kurztrips, aß Kuchen und plauderte mir ihr Ewigkeiten. Alles war friedlich und ruhig. Ich hätte noch Stunden dort verbringen können. Doch Loud kam plötzlich herein und damit war die Stille zerstört. Erst grüßte er nur und verschwand wieder, dann kreuzte er wieder auf und erkundigte sich nach dem Besuch seiner Großmutter bei der Gymnastik. Als diese Antwort nicht zu seiner Zufriedenheit ausfiel, sagte er nur zu der alten Dame: „Ach hör doch auf!“, ging entnervt aus der Wohnung und krachte die Tür hinter sich zu.

Spitzenauftritt. Seine Großmutter und ich waren uns einig: Wie kann man nur so Rechthaberisch sein und niemals zuhören? Er hatte sie kaum einen Satz reden lassen, schon flippte er aus, vollkommen grundlos. Das Gute war, dass er verschwand, diesmal länger als fünf Minuten. Erst als ich mich verabschiedete und aus der Tür trat, begegnete ich ihm, da er gerade herein wollte. Ich griff nach meinen Sandalen und zog sie an. Louds Oma fragte noch, was ich denn am Wochenende vor hätte. So erzählte ich ihr, dass ich nach Berlin fahre, mit einem guten alten Freund. Auf den Flohmarkt wollte ich. Loud hörte zu und meine Worte missvielen ihm deutlich, wie ich sah. Denn: Ende März war ich mit ihm in Berlin, er wollte auf einen Flohmarkt, hatte aber kein Geld. So wurde das Projekt Flohmarktbesuch still zu Grabe getragen und nicht wieder erwähnt. Und jetzt ging ich doch auf den Flohmarkt. Ohne ihn! Womöglich mit einem anderen Herren! Seine Enttäuschung konnte er kaum verbergen, auch wenn er nichts sagte.
Nach diesen Worten verabschiedete ich mich und stieg auf leisen Sohlen die Treppen hinab.

Kaum das ich 20m vom Haus entfernt war, hörte ich, wie jemand meinen Namen rief. Ich glaubte, ich hätte etwas vergessen, schaute zum Fenster, doch dort stand niemand. Das Rufen ebbte nicht ab und so drehte ich mich um und sah, wie Loud mir nachlief. Ich blieb stehen und drehte mich um. Barfuß kam er auf mich zugelaufen und fragte aus heiterem Himmel: „Was wird denn jetzt aus deinen ganzen Sachen?“. Meine Antwort war die Gleiche, die ich ihm schon vor ein paar Tagen gab: „Stell sie in den Keller, ich hols bei Gelegenheit.“. Mit meinen Erläuterungen gab er sich zufrieden, fragte aber noch nach, was ich so treibe. Ein wenig genervt erzählte ich es ihm und fühlte mich gezwungen, ihn jetzt auch zu fragen. Seine Antwort war ebenso salopp wie meine und so verabschiedeten wir uns entgültig, was mir ganz recht war.

Nach dieser Aktion tobte wieder einmal nur eine Frage durch den Kopf: „Was sollte das jetzt?“. Erst fünf Tage zu vor hatten wir gesprochen und zu diesem Zeitpunkt wollte er noch nicht, dass unbedingt und ganz dringend meine Sachen aus seinem Leben verschwinden.

Ich werde ihn nie verstehen, nie!

Bis zum nächsten Eintrag
Neon

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